Seekarten und Bistro-Schick: The Goldman im Frankfurter Ostend

Wildgarnele und Jakobsmuscheln mit Papaya, Joghurt mit Purplecurry, Dattel-CousCous und Rucola.

Wildgarnele und Jakobsmuscheln mit Papaya, Joghurt mit Purplecurry, Dattel-CousCous und Rucola.

Seekarten und andere Details verströmen ein bisschen Hafenflair im Restaurant unweit des Osthafens, auf der Terrasse herrscht französischer Bistro-Schick und auf der Herrentoilette hängen knallrote geöffnete Lippen als Urinale an der Wand und erinnern an die Rolling Stones: Im Frankfurter The Goldman wird schon optisch einiges geboten. Aber noch viel spannender ist das, was unweit des imposanten neuen Glaspalates der Europäischen Zentralbank (EZB) auf den Teller kommt.Vor allem, wenn es sich um fischige Vorspeisen handelt. Wir konnten uns jedenfalls kaum entscheiden, was nun besser war: Wildgarnele und Jakobsmuscheln mit Papaya, Joghurt mit Purplecurry, Dattel-CousCous und Rucola für 18,50 Euro oder doch der  Thunfischtatar mit Avocado, Radieschen, Rettich und Pfeffercrisp für 17,50 Euro. Der Couscous war jedenfalls ein gutes Argument, es damit auch mal zu Hause zu versuchen. Köstlich, gerade auch in der Kombination mit Datteln und dem wunderschönen lilafarbenen Joghurt. Und das Papaya-Chutney war auch eine echte Wucht.

Thunfischtatar in Rieslinggelée mit Avocado, Radieschen, Rettich und Pfeffercrisp.

Thunfischtatar in Rieslinggelée mit Avocado, Radieschen, Rettich und Pfeffercrisp.

Die nette Servicefrau Diana Bohne zuckt nicht mal mit der Augenbraue, weil wir uns danach eine kleine Portion der selbstgemachten Tagliatelle mit Pfifferlingen und Parmesanschaum auch noch teilen wollen. Mmmmhhhhh, auch das Zwischengericht schmeckt prima, auch wenn es an die Fischvorspeisen nicht heranreicht, was die Raffinesse angeht. Aber ab und zu muss es eben auch mal Soulfood sein. Und genau das scheint  das argentinische Entrecote für zwei Personen, das auf einem Holzkohlengrill an den Tisch gebracht wird, wohl für die Banker zu sein, die im Resto des 25 Hours Ablegers gerne einkehrt. Halt schieres Fleisch, ein nettes Detail dazu: Kräuterbrutter inspiriert von der typischen Frankfurter Grünen Soße. Beilagen fabrizieren Küchenchef Thomas Haus und seine äußerst entspannte Crew in der offenen Küchen ansonsten nach Wahl dazu. Aber beim nächsten Mal würde ich eher eines der raffinierten Hauptgerichte von der Karte wählen.

Entrecote für zwei Personen kommt im The Goldman auf einem Holzkohlengrill auf den Tisch.

Entrecote für zwei Personen kommt im The Goldman auf einem Holzkohlengrill auf den Tisch.

Was den Wein angeht, passte ein steirischer Sauvignon blanc gut zum Fisch und eine vom Service empfohlene südfranzösische Cuvée hatte genug Wumm für das Steak und seine Röstaromen. Beim Nachtisch mussten wir passen. Nur ein Espresso und ein Schnäpschen fanden noch Platz. Letzterer war allerdings eine Wucht: Traubenkirsche von Wurm & Wurm. Nicht zu unrecht ein Geheimtipp der Goldmänner und -frauen. Vorausgesetzt, man steht wie ich auf den süß-herben Geschmack von Bittermandeln.

Alles in allem ein schöner Abend in einem der Restaurant der neueren Generation, in denen klasse Essen, guter Wein und lockere Atmosphäre kein Widerspruch sind.

The Goldman im Hotel 25 Hours The Goldman
Hanauer Landstraße 127
60314 Frankfurt
E-Mail: dining@goldman-restaurant.com

Telefon: (0) 69

– 405 86 89 806

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