Weingut Kranz in der Pfalz: Nette Winzersfrau, guter Wein

Schenkt ein: die nette Winzersfrau Kerstin Kranz.

Sie ist überaus geläufig, weil drüber gesprochen und geschrieben wird, was das Zeug hält. Im Leben der meisten zählt die „Liebe auf den ersten Blick“ dennoch zu den raren, singulären oder gar nie erfahrenen Erlebnissen. Umso schöner, wenn die kleinere Schwester, nennen wir sie mal „Sympathie auf Anhieb“ von Zeit zu Zeit den Alltag netter macht. Wie zum Beispiel bei unserem sommerlichen Besuch auf dem Weingut Kranz in Ilbesheim in der Pfalz. Eine weingewandte Kollegin hatte das Weingut empfohlen, dessen Chef Boris Kranz sich mit anderen jungen Winzern zur sogenannten SüdpfalzConnexion (immer diese wahnsinnig innovativen Schreibweisen…) zusammengeschlossen hat.Mit Florence, Peter und Richard stehe ich an einem Samstagmorgen vor dem schicken,

Maskottchen: Als Stele aus Stein steht der Affe im Weinberg. Sonst ziert er die Etiketten.

modernen Anbau am Ortsrand. Rechts von der Einfahrt, da wo die Reben beginnen, fällt uns eine kleine Steinstele auf: ein Äffchen, das Trauben hält. Den munteren, womöglich auch trinkfesten Gesellen sehen wir nicht zum letzten Mal. Ob in einer Art kreisrundem Stempel oder als Schatten – auf den Etiketten des Weinguts ist der Affe allgegenwärtig.

Kerstin Kranz öffnet auf unser Klingeln hin die Tür und schon bald nehmen wir den schönen Probierraum mit den originellen Fensterschnitten und der ausgestellten Kunst in Augenschein, während die nette Winzerin beginnt, die eine oder andere Flasche zu öffnen. Nicht nur im Dschungel der Affen, sondern auch im digitalen Zeitalter ist das Weingut Kranz mit seinen Etiketten angekommen: Kranz 1.1 heißt eine trockene weiße Cuvee, Kranz 2.0 ein roter Gutswein. Gut gefallen uns der Sauvignon blanc und der feinherbe Riesling. Richtig klasse wird’s dann bei der Terroirweinen, die bei Kranz

Weinetiketten im Zeitalter des Internets.

sozusagen die nächste Qualitätsstufe markieren: Riesling wie Weißer Burgunder vom Landschneckenkalk schmecken mineralisch, der Boden, dem das geschuldet ist, ist in einem Glasgefäß und auf Wandbildern zu sehen. Kalmit heißt die beste Lage, die den Großen Gewächsen ihren Namen gibt. Zur munteren Unterhaltung gesellt sich ein leichter Schwips. Zum Schluss probieren wir noch den versekteten Cabernet Sauvignon, der zart nach Paprika duftet und schmeckt. Ein echter Fund für Fans von Rosé-Sekt. Und Frau Kranz haben wir schon längst lieb gewonnen. „Nicht alle, die kommen, sind so nett“, sagt sie zum Abschied. Die Blumen können wir getrost zurück geben! Ein netter Vormittag, an den uns die Beute im Kofferraum noch oft erinnern wird.

Weingut Kranz, Mörzheimer Straße 2, 76831 Ilbesheim/Pfalz, Telefon 06341-939206, www.weingut-kranz.de

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